STIFTUNG METAPHYSIK

Stiftung „Forschungskreis zur Förderung der 
Begründungswissenschaft Metaphysik”

 

 

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     Rudolph Berlinger 
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Willkommen bei der Stiftung Metaphysik

Symposion des Forschungskreises Metaphysik

Die Stiftung „Metaphysik“ veranstaltet und fördert jährlich ein Symposium zu Grundthemen der Metaphysik mit dem Ziel, ein Forum für den philosophischen und interdisziplinären Austausch, insbesondere auch des wissenschaftlichen Nachwuchses, zu schaffen.

Das diesjährige Symposion „Philosophie der Grenze“ findet vom 30. Mai bis 2. Juni 2023 auf Schloss Schwanberg statt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

 

 

 

„Philosophie der Grenze“

Die Erfahrungen der Pandemie, Probleme in der Flüchtlingspolitik und aktuell der Krieg in der Ukraine rücken das Thema „Grenze“ zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit. Über den engeren geographisch-politischen Begriff der Grenze hinaus umfasst eine „Philosophie der Grenze“ spezifisch philosophische wie metaphorische Bedeutungen. In unserer Lebenswelt sind Grenzen allgegenwärtig. Wir stoßen an unsere Grenzen, verletzen, überschreiten oder sprengen sie. Wir setzen uns ethisch Grenzen durch Gesetze, Regeln, Verbote oder Tabus. Psychologisch und gesellschaftlich kennen wir Phänomene der Ab- und Ausgrenzung.

Mit dem antiken Gegensatzpaar „Grenze (peras) – Unbegrenztes (ápeiron)“ etabliert sich Grenze früh zu einem philosophischen Begriff, zentral nicht nur für kosmologische Fragen nach Endlichkeit und Unendlichkeit, sondern vor allem auch für die Unterscheidbarkeit und Erkennbarkeit von Seiendem, für die Definition und Abgrenzung von Begriffen (vgl. lat. definitio, terminus) sowie für die Grenzen der Erkenntnis. Besonders Kant betrachtet es als Aufgabe der Metaphysik, die Grenzen des reinen Vernunftgebrauchs zu bestimmen. In der Nachfolge Kants begreift etwa Fichte die Grenze als Vollendung des Sichselbstbegreifens. In der mittelalterlichen Philosophie gilt die Grenze als der höchste Begriff als Ziel der Erkenntnis wie etwa der Gottesbegriff bei Anselm oder der Gipfel der Erkenntnis bei Nikolaus von Kues.

In der existentiellen Dimension erfahren wir unsere eigene Begrenztheit und Endlichkeit. Wir durchleben Grenzsituationen (K. Jaspers), in denen das Dasein auf seine wahre Existenz hin durchsichtig werden kann. Die Schwelle des Todes schließlich versteht R. Berlinger nicht als Grenze des Daseins, sondern vielmehr als Entgrenzung der Existenz und Befreiung des Geistes aus den Schranken der Vergänglichkeit.

 

Interessierte wenden sich bitte an unsere Stiftungsadresse.